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Kulturpflanzen – Bedrohter Schatz der Menschheit


Seit Jahrtausenden sind Pflanzen eine grundlegende Basis menschlicher Existenz. Sie liefern nicht nur Nahrung, sie liefern auch Fasern für Kleidung, Farben, diese zu färben, Feuermaterial zum Wärmen und Baumaterial für die Behausungen. Musikinstrumente werden aus ihnen gemacht, Blumen schmücken unsere Gärten und Wohnungen. Der Mensch hat diese Pflanzen gesucht und gemäß seinen Bedürfnissen in Kultur genommen, sie vermehrt und züchterisch ausgelesen. So ist durch die Arbeit unserer Vorfahren über die Zeiten eine einst unüberschaubare Vielfalt an Sorten und Formen entstanden.

Die meisten dieser Nutzpflanzensorten sind ebenso wie viele alte Zierpflanzenformen aus unseren Gärten längst verschwunden. Sie werden nicht mehr angebaut.

Im Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (Rio de Janeiro, 1992) haben sich die ca. 180 unterzeichnenden Staaten verpflichtet, sich auch für den Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt einzusetzen. Europäische Aktionspläne und Nationale Fachprogramme weisen Wege, wie dies geschehen kann. Einer dieser Wege ist der Wiederanbau und die Vermehrung von alten und seltenen Kulturpflanzen – wissenschaftlich: On farm management von pflanzengenetischen Ressourcen.

Hier ist der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V. (VERN) aktiv.

 

Verschwinden der Sortenvielfalt


Früher war die Vielfalt der Sorten auf den Äckern und in den Gärten noch viel größer. Vor allem die Bäuerinnen und Gärtnerinnen waren es, die ihr eigenes Saatgut vermehrten und über die Generationen in der Gemeinschaft weitergaben. Mit den Änderungen unserer Lebensweisen ging im 20. Jahrhundert in Deutschland ein massiver Rückgang dieser Vielfalt einher. Immer weniger, dafür immer größere Saatgutunternehmen setzen vorrangig auf neue Züchtungen und Hochleistungssorten. Schaut man in die Saatgutregale der Bau- und Gartenmärkte, sind z. B. bei Tomaten oder Gurken nicht selbst vermehrbare Hybridsorten fast schon die Regel.

 

Verschwinden des Wissens


Mit den Sorten verschwindet auch das Wissen rund um diese Kulturpflanzen. Was für unsere Großeltern noch Allgemeingut war, müssen wir uns nun mühsam aus alten Quellen zusammensuchen – wenn wir überhaupt noch etwas finden! Mag sich das nun ganz einfach um die Geschichte einzelner alten Sorten, um regionale Anbautraditionen, um Kulturverfahren oder um z. B. die zugehörigen Kochrezepte handeln, all dies suchen wir wieder zusammen.

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